Obmannwechsel ÖGK

Erster Obmannswechsel in der ÖGK

Am 1. Juli fand, wie im Sozialversicherungsorganisationsgesetz vorgesehen, der halbjährliche Obmannswechsel in der ÖGK statt. Arbeitnehmervertreter Andreas Huss (AK) hat pünktlich zur Jahreshälfte den Vorsitz im ÖGK-Verwaltungsrat übernommen und somit Matthias Krenn (WK), Vertreter der Arbeitgeberseite, als ÖGK-Obmann abgelöst.

 

7-Punkte-Programm

Trotz der finanziellen Probleme der ÖGK – aufgrund von Corona werden Einnahmensausfälle in Höhe von bis zu einer Milliarde Euro erwartet – präsentiert Huss direkt nach Amtsantritt sein 7 Punkte umfassendes Arbeitsprogramm zum Ausbau des österreichischen Gesundheitswesens. Huss‘ Zielsetzung bis 2025 ist unter anderem eine deutliche Verbesserung der hausärztlichen Versorgung in Österreich. Umgesetzt werden könnte dies etwa durch einen leichteren Unizugang für angehende Allgemeinmediziner, z.B. durch den Wegfall bzw. weniger komplexe Aufnahmetests und durch Stipendien.  Als Gegenleistung, so Huss, müssten sich jene potentiellen praktischen Ärzte dem öffentlichen Gesundheitswesen für mindestens 10 Jahre verpflichten.

Huss‘ ambitioniertes Konzept zur Verbesserung des Gesundheitssystems beinhaltet 6 weitere Forderungen:

  • ein österreichweites Impfsystem
  • die Sicherung der Medikamentenversorgung
  • die Sicherstellung von Ergo- und Logotherapie im kassenfinanzierten Sektor
  • den Ausbau der Gesundheitshotline (1450)
  • strukturierte Betreuungsprogramme für chronisch Kranke (z.B.: Diabetiker)
  • ein Darmkrebsscreening-Programm am Modell Vorarlberg

Der ÖGK-Obmann ist davon überzeugt, dass ausreichend Mittel im Gesundheitssystem vorhanden sind, um seine Ziele in der Praxis umzusetzen. Er plant sein Konzept sowohl mit dem Gesundheits- als auch mit dem Bildungsminister zu erörtern.

Kritik und Konflikte in der Selbstverwaltung

Sowohl SVS Obmann und Vorsitzender des Dachverbandes Peter Lehner als auch der bisherige Obmann der ÖGK, Matthias Krenn, üben harsche Kritik an den ambitionierten Plänen des Arbeitnehmervertreters:

Der ausgegebene Forderungskatalog ist kein offizielles Programm der ÖGK und wurde ohne Kenntnis und Zutun der hauseigenen Experten erarbeitet. Auch wurden weder Dienstgeber-Vertreter noch alle Mitglieder der Dienstnehmer-Kurie in die Erstellung eingebunden“, kritisiert Krenn.

Peter Lehner (Dachverband) weist darauf hin, dass der ÖGK-Obmann die Interessen der Versicherten zu vertreten habe. Diese brauchten Sicherheit, dass ihre Leistungen gewährleistet sind, keine utopischen Pläne ohne Finanzierung und eine undurchschaubare Geldpolitik. Er forderte Huss auf, verantwortungsvoll seine Aufgabe wahrzunehmen und betont, dass „Parteipolitik und PR-Aktionen hier keinen Platz haben.

 

Zur Erinnerung: Die Österreichische Sozialversicherung ist nach dem Prinzip der Selbstverwaltung organisiert. Entscheidungen werden von Vertretern der Betroffenen (Arbeitnehmer- und Arbeitgeber) paritätisch gefällt.

Wie sich die Amtszeit von ÖGK Obmann Huss weiter gestaltet und welche Themen aus dem 7-Punkte-Plan bearbeitet werden, lesen Sie immer top aktuell in unserem opta data Journal bzw. in unserem Newsletter.

 

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