Vor dem Hintergrund der zunehmenden Digitalisierung und steigender Anforderungen an den Umgang mit personenbezogenen Daten ist Datenschutz längst mehr als eine gesetzliche Pflicht. Gerade im Gesundheitswesen, wo täglich besonders sensible Informationen verarbeitet werden, ist die Einhaltung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ein zentraler Baustein für Compliance, Informationssicherheit und das Vertrauen von Patient:innen, Kund:innen und Partnern.

Datenschutz bildet die Grundlage für den verantwortungsvollen Umgang mit sensiblen Gesundheitsdaten. Im ersten Teil unserer Blogreihe haben wir erläutert, warum die DSGVO weit mehr als ein gesetzlicher Rahmen ist und wo uns Datenschutz im Alltag begegnet.

Hier geht’s zum ersten Teil:

Doch was bedeutet DSGVO-Compliance konkret für Unternehmen? Welche Pflichten gilt es zu erfüllen, wie lässt sich Datenschutz im Arbeitsalltag wirksam umsetzen und welche Rolle spielen digitale Prozesse dabei?

In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Anforderungen die DSGVO an Unternehmen stellt, erhalten praxisnahe Tipps für den Arbeitsalltag, eine hilfreiche Compliance-Checkliste speziell für das Gesundheitswesen sowie einen Überblick über mögliche Konsequenzen bei Datenschutzverstößen.

Diese Pflichten bringt die DSGVO für Unternehmen mit sich!

Neben den Rechten betroffener Personen bringt die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) auch zahlreiche organisatorische und technische Verpflichtungen für Unternehmen mit sich. Ziel ist es, einen verantwortungsvollen und rechtmäßigen Umgang mit personenbezogenen Daten sicherzustellen und diesen im Bedarfsfall auch nachweisen zu können.

Zu den wichtigsten Pflichten gehören unter anderem:

  • transparente Information betroffener Personen über Art, Umfang und Zweck der Datenverarbeitung gemäß den Informationspflichten der DSGVO
  • sichere und rechtmäßige Verarbeitung personenbezogener Daten
  • Führung eines Verzeichnisses der Verarbeitungstätigkeiten (sofern gesetzlich erforderlich)
  • Abschluss von Auftragsverarbeitungsverträgen mit externen Dienstleistern
  • Umsetzung geeigneter technischer und organisatorischer Maßnahmen zum Schutz personenbezogener Daten
  • regelmäßige Überprüfung und Dokumentation der Datenschutzmaßnahmen im Sinne der Rechenschaftspflicht
  • Sensibilisierung und Schulung der Mitarbeitenden
  • Einhaltung gesetzlicher Aufbewahrungs- und Löschfristen

Je nach Art, Umfang und Risiko der Datenverarbeitung kann außerdem die Durchführung einer Datenschutz-Folgenabschätzung erforderlich sein – insbesondere dann, wenn die Verarbeitung voraussichtlich ein hohes Risiko für die Rechte und Freiheiten betroffener Personen mit sich bringt.

Ebenso empfiehlt es sich, klare interne Prozesse für die Bearbeitung von Betroffenenanfragen festzulegen. Dazu zählen beispielsweise Auskunfts-, Berichtigungs-, Lösch- oder Widerspruchsbegehren. Definierte Abläufe helfen dabei, Anfragen fristgerecht, nachvollziehbar und gesetzeskonform zu bearbeiten.

Kommt es trotz aller Sicherheitsmaßnahmen zu einer Datenschutzverletzung, bestehen unter bestimmten Voraussetzungen gesetzliche Meldepflichten gegenüber der zuständigen Datenschutzbehörde. In schwerwiegenden Fällen kann darüber hinaus auch eine Information der betroffenen Personen erforderlich sein.

Datenschutz sollte daher nicht als einmalige Aufgabe verstanden werden, sondern als kontinuierlicher Prozess, der regelmäßig überprüft und an neue rechtliche sowie technische Anforderungen angepasst wird.

Praktische Tipps für den Datenschutz im Arbeitsalltag

Datenschutz beginnt nicht erst bei komplexen IT-Systemen. Oft entscheiden bereits kleine Verhaltensweisen im Arbeitsalltag darüber, ob personenbezogene Daten ausreichend geschützt werden.

Folgende Maßnahmen können dazu beitragen:

Bereits diese einfachen Verhaltensweisen tragen wesentlich dazu bei, Datenschutzverletzungen vorzubeugen und das Vertrauen von Patient:innen und Kund:innen zu stärken.

DSGVO-Compliance-Checkliste für Unternehmen im Gesundheitswesen

Die Umsetzung der Datenschutz-Grundverordnung ist kein einmaliges Projekt, sondern ein fortlaufender Prozess.

Die folgende Checkliste unterstützt Unternehmen dabei, zentrale Anforderungen der DSGVO regelmäßig zu überprüfen und den Datenschutz nachhaltig im Unternehmensalltag zu verankern.

Bitte beachten Sie, dass diese Checkliste keine individuelle Beratung ersetzt aber einen guten ersten Eindruck über wesentliche Datenschutzmaßnahmen im Unternehmensalltag vermittelt.

Strafen bei Verstößen gegen die DSGVO

Verstöße gegen die Datenschutz-Grundverordnung können – abhängig von Art und Schwere des Verstoßes – mit erheblichen Geldbußen geahndet werden. Bei bestimmten besonders schwerwiegenden Verstößen können Geldbußen von bis zu 20 Mio. Euro oder im Fall eines Unternehmens von bis zu 4 % seines gesamten weltweit erzielten Jahresumsatzes des vorangegangenen Geschäftsjahres verhängt werden. In sonstigen Fällen beträgt die Strafhöhe bis zu 10 Mio. Euro oder im Fall eines Unternehmens von bis zu 2 % seines gesamten weltweit erzielten Jahresumsatzes des vorangegangenen Geschäftsjahres.

Neben finanziellen Folgen können Datenschutzverstöße auch das Vertrauen von Patient:innen, Kund:innen und Geschäftspartner:innen nachhaltig beeinträchtigen.

Datenschutz und digitale Prozesse – Hand in Hand

Im Gesundheitswesen werden täglich sensible personenbezogene Daten verarbeitet – von Patient:innen und Kund:innen über ärztliche Verordnungen bis hin zu Abrechnungsunterlagen mit den österreichischen Sozialversicherungsträgern. Umso wichtiger sind digitale Prozesse, die sowohl effizient als auch datenschutzkonform gestaltet sind.

Als langjähriger Partner von Gesundheitsdienstleistern kennt opta data diese Herausforderungen genau. Die digitalen Lösungen von opta data helfen dabei, administrative Abläufe zu vereinfachen, Abrechnungsprozesse effizient abzuwickeln und die Digitalisierung im Gesundheitswesen nachhaltig voranzutreiben. Gleichzeitig stehen Datenschutz, Datensicherheit und die Einhaltung gesetzlicher Anforderungen ebenso im Fokus wie eine anwenderfreundliche Nutzung.

Fazit

Datenschutz ist weit mehr als eine gesetzliche Verpflichtung – er ist ein wesentlicher Bestandteil eines verantwortungsvollen und zukunftsorientierten Gesundheitswesens.
Unternehmen, die Datenschutz aktiv leben und moderne digitale Prozesse sinnvoll einsetzen, schaffen nicht nur Rechtssicherheit, sondern stärken auch das Vertrauen von Patient:innen, Kund:innen und Geschäftspartner:innen.


Gerade im Gesundheitswesen bildet ein verantwortungsvoller Umgang mit personenbezogenen Daten die Grundlage für eine sichere, digitale und zukunftsfähige Versorgung.

Weitere Informationen zum Datenschutz finden sich etwa auf der Website der Datenschutzbehörde, der Wirtschaftskammer Österreich sowie in der Datenschutz-Grundverordnung der Europäischen Union. Die Links dazu finden Sie hier:

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